Ich erinnere mich noch gut an ein Grundgefühl, welches mich durch meine Laufbahn als Schüler begleitete: Ich machte das Abitur in dem Wissen, das Wesentliche nicht gelehrt bekommen zu haben. Weder hatte ich das Gefühl, wirklich ein erwachsener Mensch geworden zu sein, noch hatte ich Antworten auf die tiefsten, in meiner Seele brennenden Fragen erhalten:
Woher komme ich? Warum bin ich hier? Wer bin ich?
„Nicht allein das Abc
bringt den Menschen in die Höh.
Nicht allein in Rechnungssachen
soll der Mensch sich Mühe machen.
Sondern auch der Weisheit Lehren
muß man mit Vergnügen hören.“
Wilhelm Busch
Ich ahnte, daß es eine „Welt hinter der Welt“ gibt und ließ nicht von der Suche ab. Der entscheidende Antriebsmotor war nicht rationale Neugier, sondern das Bewusstsein eines ständigen, inneren Leidens, welches nach Beendigung der Schule an Intensität immer mehr zunahm. Ich begegnete verschiedenen spirituellen Lehrern und machte einige heftige Erfahrungen mit halluzinogenen Drogen, welche die Beschreibung der Welt während des Tagesbewusstseins zunehmend infrage stellten, Einsichten in andere Welten vermittelten, das Leben für mich jedoch nicht erträglicher machten. Im Jahre 1990 geschah dann ein folgenschwerer, fast tödlicher Autounfall, der mich in ein tagelanges Koma versetzte. Als der unsichtbare Faden riss, der mich mit der Welt verband, konnte ich plötzlich sehen: Ich sah die „Welt hinter der Welt“. Ich sah Gott. Eigentlich müsste ich sagen: Gott sah Ich. Niemand kann Gott sehen, denn Gott ist kein Objekt, welches gesehen, wahrgenommen werden kann. Gott ist Das-was-sieht. Dieses gnadenvolle Ereignis führte mich zu meiner letzten Lehrerin, welche das Wissen um die EINE REALITÄT übertragen konnte, jenseits von Verzerrungen durch Ideen des denkenden Geistes, in denen die Menschen gefangen sind. Diese totale Öffnung des Bewusstseins, der Blick in den Himmel, er gab preis, was seither in die Lehre der Inneren Schule der Enneallionce einfließt.
Tatsächlich lehrt eine innere Schule die Menschen das, was ihnen die äußere, weltliche Schule vorenthält: Das universelle Wissen der Ewigen Philosophie, welches nicht angelernt werden kann, sondern durch direkte Einsicht in einem Prozess innerer Erforschung gewonnen wird. Aus der Sicht der Befreiungslehre des Menschen ist es das einzig wirklich Wesentliche in diesem Erdenleben: Die Antwort auf die Frage nach der wahren Natur des Menschen. Wer bin ich? Diese Antwort braucht ein ganzes Leben. Und sie braucht einen einzigen Augenblick.
Quelle: Dieser Text wurde im „Leitfaden Innerer Schulung“ veröffentlicht, der nicht mehr erhältlich ist und neu als kleines Büchlein bei advaitaMedia erscheinen wird.
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